Orientalisches Flair – Singen in Corona-Zeiten

Beim LGV wird seit dem 3. Juni 2020 wieder gesungen!

Was war es für eine Freude, als wir nach der Verordnung vom 26. Mai wieder Chorproben durchführen durften! Aber mit dem Seufzer der Erleichterung kam auch ein Aufseufzen der Ernüchterung. Wie sollte das denn möglichst sicher funktionieren? Wir wollten doch so schnell, aber natürlich auch angstfrei wieder mit dem aktiven Singen beginnen, denn schließlich hatten wir schon vor dem Corona-Lockdown weitreichende Vorbereitungen getroffen, um ein ganz besonderes Projekt zu verwirklichen, nämlich den Kantatenzyklus „Die Tageszeiten“ von G. Ph. Telemann einzustudieren und mit Pianisten und Solisten aufzuführen.

Als sich Ende Juni klar abzeichnete, dass die überlegte und vorsichtige Politik unserer Hamburger Bürgerschaft die erhofften Lockerungen wohl zeitnah möglich machen würde, haben wir schon einmal an einem Hygiene-Schutzkonzept gearbeitet. Dabei stellten wir fest, was für ein großes Glück wir in dieser Krisenzeit haben: Unser Probenraum ist ein 200 qm großer Konzertsaal, welcher über eine Zu- und Abluftanlage verfügt. Der Betreiber hatte bereits zu Beginn der Krise einen Desinfektionsmittel­­­spender für die Hände installiert, und auf ärztlichen Rat spülen wir vor der Probe den Rachen mit einem medizinischen Mundwasser aus, was weit über die gesetzlichen Hygieneanforderungen hinausgeht. Da das Tragen  eines Mund-Nasen-Schutzes neben dem gesetzlich festgelegten Abstandsregelung zwischen den Sängern von 2,5 m eine der effektivsten Schutzmaßnahmen ist, knobelten wir lange daran, wie wir dies ohne Behinderung von Stimme und Atem im Singen umsetzen könnten.


Eine Community-Maske mit eingearbeitetem Plastik-Spuckschutz?

Letztlich kombinierten wir die Form eines orientalischen Schleiers (für einen freibeweglichen Unterkiefer), das Material der herkömmliche Alltagsmaske (Baumwollstoff mit festem Band gegen ein Verrutschen) sowie die Wasserdichtigkeit des bekannten Plastik-Visiers (für einen erhöhten Spuckschutz) und kreierten unsere choreigene „sängergerechte Mund-Nasen-Maske“. In einer Fleißarbeit von fast 40 Arbeitsstunden wurden bis zum ersten Probentag für jeden Chorsänger eine eigene Maske genäht und mit Bedienungsanleitung und Reinigungsempfehlung hygienisch verpackt zur Verfügung gestellt. Zwar handelt es sich hierbei wie bei jeder Community-Maske um keinen medizinisch zertifizierten Schutz, und es versteht sich von selbst, dass das Singen unter diesem „Schleier“ ein wenig ungewohnt ist. Aber man bekom­mt gut Luft und unsere Tröpfchen werden auch bei energischer Artikulation weitestgehend vom Stoff und dem herausnehmbaren Plastikstück aufgefangen.

Unser „Sing-Schleier“ – eine Community-Maske mit besonderen Vorzügen.

Übrigens: Wir haben für jeden Stimmgruppe noch Masken genäht, die einen Träger suchen!

Wer also Lust hat beim „Telemann“ mitzusingen, ist herzlich willkommen. Wir proben immer mittwochs in der Zeit von 18:30 bis 21:00 im Börner Kulturhaus LaLi (Tangstedter Landstraße 182a). Bei Interesse oder für Informationen bitte vorher melden bei: Birgit Schmitz, Telefon: 040 5000 545 oder per E –Mail an birgitschmitz01@t-online.de.

Nun steht auch endlich der Konzert-Termin fest: Am 11. Oktober um 18 Uhr wird hoffentlich vor einem Live-Publikum festliche Kantatenmusik erklingen. Sollte dies unmöglich sein, dann werden wir unser Konzert via Live-Stream übertragen. Wir freuen uns sehr darauf!